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Silberpreis bricht ein: Fed-Politik und technische Schwäche belasten Aussichten

Silberpreis bricht ein: Fed-Politik und technische Schwäche belasten Aussichten

Der Silberpreis ist nach einem starken Einbruch weiterhin unter Druck. Aktuell notiert XAG/USD bei 71,69 US-Dollar, nachdem er in wenigen Tagen rund 30 Prozent verloren hat.

Der Silberpreis befindet sich weiterhin in einer prekären Lage. XAG/USD notiert aktuell bei 71,69 US-Dollar, was einem Tagesplus von 1,85 Prozent entspricht. Doch die Erholung wirkt fragil, nachdem das Edelmetall in der vergangenen Woche drastische Verluste hinnehmen musste. In der Spitze fiel der Preis auf rund 64 US-Dollar, bevor eine leichte Gegenbewegung einsetzte.

Die technische Verfassung hat sich seit dem Einbruch kaum verbessert. Die jüngste Rallye konnte nicht überzeugen, und die breitere Abwärtsbewegung seit den Höchstständen über 80 US-Dollar im März bleibt intakt. Ein bärisches Umkehrpattern, das sich in der vergangenen Woche gebildet hat, dominiert weiterhin das Kursgeschehen.

Die makroökonomische Lage trägt nicht zur Stabilisierung bei. Der US-Dollar-Index (DXY) notiert bei 99,32 Punkten, und die US-Notenbank Fed hat jüngst bekräftigt, dass mit Zinssenkungen bis auf Weiteres nicht zu rechnen ist. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of England (BoE) verfolgen eine ähnlich restriktive Linie. Für nicht verzinsliche Anlagen wie Silber ist das keine günstige Ausgangslage.

Die jüngste Volatilität war heftig: Am 18. März stieg der Preis noch auf 80,17 US-Dollar, um dann innerhalb weniger Tage auf 65,81 US-Dollar abzustürzen. Aktuelle geopolitische Spannungen im Nahen Osten sorgen zwar für eine gewisse Unterstützung, doch charttechnisch überwiegen weiterhin die bärischen Signale.

Widerstand findet sich bei 80,50 US-Dollar. Um eine nachhaltige Erholung einzuleiten, müsste der Preis dieses Niveau zurückerobern. Andernfalls rücken die nächsten Unterstützungen bei 70 und 67,10 US-Dollar in den Fokus. Ein Fall unter 65,05 US-Dollar würde die Erholungshoffnungen endgültig begraben und Ziele um 55 US-Dollar ermöglichen.

Um die Lage grundlegend zu drehen, müsste der Preis über 85,10 US-Dollar ansteigen und dort Stabilität zeigen. Der Relative-Stärke-Index (RSI) erholt sich zwar von überverkauften Niveaus, doch das aktuelle Konsolidierungsmuster im Stundenchart deutet eher auf eine kurze Verschnaufpause als auf eine Trendwende hin. Experten sprechen von einer "Dead-Cat-Bounce", also einer trügerischen Erholung, die noch keine nachhaltige Trendumkehr signalisiert.

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