Die Deutsche Bank will noch in diesem Jahr einen Verwahrdienst für digitale Assets in Europa starten. Zunächst sollen Bitcoin, Ether und ausgewählte Stablecoins unterstützt werden.
Die Deutsche Bank hat angekündigt, noch in diesem Jahr einen Verwahrdienst für digitale Vermögenswerte in Europa einzuführen. Wie das Institut mitteilt, soll das Angebot initial die Kryptowährungen Bitcoin und Ether sowie eine Auswahl an Stablecoins abdecken. Der Service richtet sich dabei ausschließlich an institutionelle Kunden.
Mit diesem Schritt reagiert das größte deutsche Kreditinstitut auf die wachsende Nachfrage professioneller Anleger nach regulierten Verwahrlösungen. Die Deutsche Bank hatte bereits im Jahr 2021 eine Lizenz für das Verwahrgeschäft mit Kryptowerten bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beantragt. Die nun geplante Markteinführung markiert die operative Umsetzung dieser strategischen Ausrichtung.
Das Angebot soll es institutionellen Marktteilnehmern ermöglichen, digitale Assets über die bestehende Bankinfrastruktur zu halten. Dies adressiert ein zentrales Hemmnis für den Markteintritt vieler professioneller Investoren, die auf regulatorische Konformität und institutionelle Sicherheitsstandards angewiesen sind. Die Integration in die etablierten Prozesse der Bank soll dabei operative Risiken minimieren.
Konkrete Details zum genauen Starttermin, zur finalen Liste der unterstützten Stablecoins oder zur Preisstruktur des Verwahrdienstes nannte die Bank in der Mitteilung nicht. Auch zur technischen Ausgestaltung – etwa ob eine Eigenverwahrung oder der Einsatz spezialisierter Sub-Verwahrer vorgesehen ist – wurden keine Angaben gemacht.
Die Ankündigung reiht sich in eine Reihe ähnlicher Vorstöße großer europäischer Banken ein, die das Verwahrgeschäft mit Kryptowerten als neues Geschäftsfeld erschließen. Mit der regulatorischen Klarheit durch die europäische MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets) seit Ende 2024 erhalten solche Angebote einen einheitlichen rechtlichen Rahmen für den gesamten Europäischen Wirtschaftsraum.
Für den österreichischen Markt ist die Entwicklung relevant, da österreichische institutionelle Anleger und Fonds über die europäische Dienstleistungsfreiheit potenziell Zugang zu diesem Verwahrangebot erhalten könnten. Ob und wann die Deutsche Bank eine physische Präsenz oder spezifische Vertriebsaktivitäten in Österreich für diesen Dienst plant, ist derzeit nicht bekannt.